Achtung Verjährung

Achtung Verjährung

Wie Sie Ihr Inkasso in die Hand nehmen: Fristgerecht mahnen und titulieren

Händler, Dienstleister und Hersteller, die noch Forderungen aus dem Jahr 2014 offen haben, müssen sich jetzt sputen, um die Zahlungen noch fristgerecht beizutreiben, denn: Rechnungen aus 2014 verjähren nach Ablauf des 31. Dezembers 2017 – entsprechend der gesetzlichen Zahlungsfrist für Rechnungen.

Schritt für Schritt die Verjährungsgefahr bekämpfen

Wer als geschädigtes Unternehmen nicht rechtzeitig zum Ende der Verjährungsfrist hin gegensteuert, erlebt oft böse Überraschungen. Der Extremfall: „ Erprobte Nicht-Zahler widersprechen einem Mahnbescheid erst kurz vor Ende der Verjährungsfrist mit dem Hinweis, die bewusste Rechnung oder die dazugehörige Mahnung nie erhalten zu haben“, Dann bleibe nur noch wenig Zeit, den Säumigen einerseits die Rechnungskopie zuzusenden (um sich abzusichern). Andererseits müssten Unternehmen dann zügig und unter Wahrung der gesetzlichen Widerspruchsfristen in die verschienen Phasen des Inkassoprozesses eintauchen – von den erforderlichen Mahnschritten über die Titulierung bis hin zum gerichtlichen Vollstreckungsbescheid. Der Schuldner kann in diesem Prozess jeweils binnen 14 Tagen gegen den Mahnbescheid und den Vollstreckungstitel Widerspruch einlegen. Hat der Gläubiger indes einen gerichtlichen Vollstreckungsbescheid erwirkt, kann dieser wie ein Urteil zur Zwangsvollstreckung eingesetzt werden: So sind u. a. Konto-, Mietkaution-, Lebensversicherungen- und Sachpfändungen möglich.

All diese Schritte sind erforderlich und gerade Mahnungen besonders wichtig: Sie setzen Schuldner in Verzug und fordern die entstandene Schadenssumme ein – Zinsen und Anwaltskosten miteingerechnet. Aber: In der Regel reicht mehrfaches Mahnen – auch mit juristischer Unterstützung – nicht aus. Lenkt der Rechnungsempfänger nicht ein und weigert sich zu zahlen, dann helfen nur noch gerichtliche Maßnahmen, um die Verjährung zu unterbrechen. Bei Fristeninterventionen im Forderungsmanagement unterscheidet des Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) den „Neubeginn“ und die „Hemmung“. Neubeginn meint, dass bei der Unterbrechung der Verjährung die Frist komplett neu beginnt. Hemmung sagt aus, dass die Verjährung zu einem bestimmten Zeitpunkt angehalten wird und nach dem Wegfall des Hemmungsgrundes – etwa dem Ablauf eines Stichtags zum Jahreswechsel – weiterläuft.

Die wichtigsten Tipps, wie Sie Forderungen beitreiben

Um die Verjährung gar nicht erst eintreten zu lassen, sollten Unternehmen, die sich mit säumigen Zahlern herumärgern, frühzeitig die Initiative ergreifen und den Inkassoprozess einläuten.

  • Loten Sie Ihre vorgerichtliche Möglichkeiten aus, sobald Ihre Kunden Ihnen gegenüber in Verzug geraten
  • Rufen Sie säumigen Kunden frühzeitig an und wägen Sie gemeinsam mit Ihnen ab, ob diese sich auf ein Gerichtsverfahren einlassen und ein schlechtes Rating riskieren wollen, oft hebt ein solches Telefonat die Zahlungsmoral
  • Beantragen Sie einen Mahnbescheid: Ab dem Mahnbescheid erwirken Sie wegen zweier 14-tägiger Widerspruchsfristen frühestens nach vier Wochen einen Vollstreckungstitel.
  • Stattdessen können Sie Ihre Forderungen auch an ein spezialisiertes Unternehmen abgeben
  • Überwachen Sie titulierte Forderungen kontinuierlich

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